Frühes Leben Patrick Stewart, der jüngste von drei Brüdern, wuchs in der Industriestadt Mirfield in der Nähe von Leeds auf. Sein Vater (Alfred Stewart) war ein Regimentsfeldwebel in der britischen Armee, seine Mutter (Gladys Stewart) eine Weberin in einer örtlichen Textil- fabrik. Patrick Stewart beschrieb sein Zuhause als sehr Arm und Gewalttätig. Auch wenn er betont, nie von seinem Vater geschlagen worden zu sein. Von frühester Kindheit an wuchs seine Liebe zu Shakespeare und zur klassischen Literatur, als ihm seine Brüder aus den paar Büchern, die sie im Haus hatten, vorlasen. Als er in die Schule kam wurde seine Zuneigung zur Literatur durch seinen Englisch- lehrer Cecil Dormand gestärkt, der auch sein Interesse in das Theater weckte. Um den unangenehmen Seiten seiner Kindheit zu entfliehen, fand er Geborgenheit und Glück in den örtlichen Theatergruppen. Mit 12 Jahren wurde ihm Dank seines Englisch- lehrers ein Platz in einem achttägigen Theaterkurs angeboten. Dies begründete seinen Wunsch, ein professioneller Schauspieler zu werden. Dort traf er unter anderen Ruth Wynn Owen und Rafael Shelly, eine Schauspielerin und ein Theaterlehrer, die sehr einflussreich in seinem Leben wurden. Nach diesem Kurs stand er immer wieder als Amateur auf der Bühne, auch nachdem er mit 15 die Schule verließ. |
Journalist oder Schauspieler? Er wurde als Junior Reporter bei einer Lokalzeitung eingestellt, aber der Interessenskonflikt zwischen dieser Arbeit und dem Schauspielern wurde zu groß. Häufig schrieb er fremde Berichte ab, oder gab seine Berichte nur telefonisch durch, da er mehr und mehr Zeit mit den Theatergruppen verbrachte. Sein verantwortlicher Redakteur zwang ihn zu einer Entscheidung: Mit dem Schauspielen aufhören um ein seriöser Journalist zu werden, oder professioneller Schauspieler werden. Patrick Stewart entschied sich für das Theater. Nachdem er bei seinen Freunden und Lehrern von den Theaterkursen Rat gesucht hatte, stellte er sich bei der renommierten Bristol Old Vic Theaterschule vor und wurde aufge- nommen. Um die Studiengebühren bezahlen zu können arbeitete er als Möbelverkäufer. Schließlich konnte er mit Hilfe eines Stipendiums seinen Platz an dieser führenden britischen Theaterschule wahrnehmen. In den nächsten zwei Jahren lernte er die Kunst des Schauspielens und schließlich schaffte er es seinen Yorkshire-Akzent zu verlieren. Als junger Schauspieler wurde ihm von einem Lehrer gesagt, dass es 15 Jahre dauere, bis er sich als wirklicher Schauspieler entwickelt habe. Das Warten sollte sich lohnen. Nach dem Abschluss der Theaterschule, verbrachte er die nächsten Jahre bei verschiedenen Produktionsfirmen in Großbritannien und im Ausland, blieb aber nie länger als zwei bis drei Monate bei einer Produktion. Es war auch in dieser Zeit als er mit 19 nahezu all seine Haare verlor. |
Die Jahre bei der Royal Shakespeare Company 1966 erreichte er seinen Traum an der Royal Shakespeare Company (RSC) zu Arbeiten und wurde innerhalb eines Jahres zu einem Partnerschauspieler. Die RSC besteht im Kern aus Partnerschauspielern, -direktoren und anderen, die für eine Saison zusammenarbeiten um das Programm aus Stücken von Shakespeare und anderen Dramatikern zu produzieren. Die RSC ist als die weltweit führende klassische Theatergesellschaft bekannt, und viele Ihrer Schauspieler, Regisseure und Designer sind weltweit bekannt geworden.
In den nächsten 20 Jahren in der er für die RSC arbeitete, entwickelte sich
Patrick Stewart zu einem der besten britischen Klassik-Schauspielern. So bekam er
allmählich bessere und größere Rollen und empfing Annerkennung
von den Kritikern für seine Darstellung in Rollen wie Oberon, Titus Andronicus,
Enobarbus, Shylock, und Leontes.1984 eröffnete er in der Titelrolle von Henry IV das Barbican Arts Centre, das neue Stammhaus der RSC in London. Außerhalb des Theaters begann er in den Siebzigern und Achtzigern in einigen Fernsehspielen und Mini-Serien aufzutauchen, wie zum Beispiel The Mozart Inquest, Maybury, I Claudius, Tinker, Tailor, Soldier, Spy und Smiley's People. Auch trat er in ein paar Filmen, wie Hedda, Excalibur, Dune und Lady Jane, auf. In dieser Zeit wurde Patrick Stewart auch zu einem Stiftungsdirektor von ACTER (A Centre for Theatre, Education and Research) . Mit diesem Amt waren auch häufige Reisen in die USA verbunden. Dort besuchte er zusammen mit anderen Schauspielern Colleges und Universitäten, um die Art wie Shakespeare in Amerika gelehrt wird radikal zu verändern. Bei einem dieser ACTOR-Besuchen in Amerika wurde Patrick Stewart 1986 von Gene Roddenberrys rechter Hand, Star Trek Produzent Bob Justman, bei einer Dramatik- Lesung an der University of California (UCLA) gesehen. |
Nicht nur ein Raumschiff Captain Viele Schauspieler, die lange Zeit immer dieselbe Rolle spielen, werden von der Öffentlichkeit auf diese Rolle festgelegt. Wenn überhaupt möglich wollte Stewart dieses verhindern. Deshalb arbeitete er an der Einmann Produktion von Dickens A Christmas Carol in der wenigen Zeit, die ihm neben TNG blieb. Die Aufführungen, die 1988 begannen und bis 1996 jedes Jahr zu Weihnachten stattfanden, bekamen schwärmerische Rezensionen und kritische Annerkennung. Kleine eigenartige Rollen in Filmen wie Gunmen, Robin Hood: Men in Thights und LA Story halfen zusätzlich das Bild des netten Captains abzulegen und zeigten Stewarts Vielseitigkeit als Schauspieler. |
Die letzten Jahre
Die Bühnenarbeit spielt weiterhin eine wichtige Rolle in Patrick Stewarts vollem Terminkalender.
1997 erfüllte sich der 40 Jahre währende Wunsch Stewarts die Hauptrolle in Shakespeares
Tragödie Othello zu spielen. Die Veranstaltung wurde in Washington D.C. inszeniert und war
mit der umgedrehten Besetzung mit einem weißen Othello, in einer ansonsten schwarzen
Besetzung, im voraus auf Monate ausverkauft.Im September 97 verlobte Patrick Stewart sich mit der Pro- duzentin von Star Trek: Voyager Wendy Neuss. Im Fernsehen gab es in den USA eine energiegeladene Schil- derung von Moby Dick, die neben Rekord-Einschaltquoten auch Emmy und Golden Globe Nominierungen für die Produktion und den Hauptdarsteller einfuhr. 1998 gründete Patrick Stewart zusammen mit Wendy Neuss die Produktionsfirma Flying Freehold. Das Ende des Jahres brachte nicht nur den neunten Star Trek Film Insurrection und Stewarts klare Stimme als Pharao Seti in dem Zeichentrickfilm The Prince of Egypt, sondern auch eine weitere Bühnenrolle in Arthur Millers The Ride Down Mt. Morgan. Darüber hinaus engagiert sich Stewart seit Jahren in Amnesty International und setzt sich für den Tierschutz ein. Seit August 99 unterstützt er auch das Projekt The Voyage Of The Odyssey der Ocean Alliance . Neben in Save House, war Patrick Stewart 1999 in den USA in der TV-Verfilmung von A Christmas Carol zu sehen. Der Film war der erste seiner neuen Produktionsfirma und sehr erfolgreich. In Animal Farm verlieh Patrick Stewart ein weiteres mal seine unverkennbare Stimme. Im Jahr 2000 war er im Science Fiction Film X-Men als Professor X in den Kinos zu sehen.
Am 25. August 2000 hat Patrick Stewart in Los Angeles seine Verlobte und Partnerin Wendy Neuss
geheiratet. Einer seiner Star Trek Filmkollegen sagte vor der Hochzeit, er sei gespant ob
Stewart "I do" oder "Engage" sage.Kurz vor seinem 61. Geburtstag erhielt er zwei große Aus- zeichnungen: Am 9. Juli 2001 erhielt er den Ehren-Doktortitel der Universität von Cardiff in Wales und nur drei Tage später wurde ihm der Order of the British Empire (OBE) von Prinz Charles überreicht (teilweise wurde falsch berichtet er würde zum Commander of British Empire ernannt). |
Die Zukunft? Nach Star Trek: Nemesis und X-Men 2 wird er als nächstes im dritten Teil von X-Men im Kino zu sehen sein. Der Sog des Theaters, insbesondere von Shakespeare, wird Patrick Stewart nie ganz loslassen. So können wir sicher sein, dass noch viele Zuschauer die Möglichkeit haben werden, einen der besten und vielseitigsten Schauspieler Englands auf der Bühne zu sehen. |
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28.08.2008 |