In der Bronzezeit war die Gegend um Balingen bereits von Kelten bewohnt. Dies lässt
sich durch Münzfunde belegen. Auch die Römer besiedelten ab 74 n.Chr. bis in das
3. Jahrhundert den Balinger Raum. Sie errichteten Straßen, Villen und Gutshöfe, wie
z.B. die Villa Rustica in Hechingen-Stein. |
Nach der 260 n.Chr. beginnenden alemannischen Landnahme und Besiedelung entstanden durch
diesen großen Germanenstamm auch mehrere Sippengehöfte auf der heutigen
Gemarkung Balingen. Aus diesen Gehöften entwickelten sich zusammen- liegende Weiler
auf eigenen kleinen Markungen. |
Auch das Dorf Balginga ist aus mindestens vier solcher
Ursiedelungen erst im 6. Jahrhundert zusammengewachsen. Die Sippengemeinschaft stand im
Gefolgsverhältnis zum Sippenführer, der der Siedlung den Namen gab. Die Alemannen
führte damals Balgo in diese Gegend. Er gab der Siedlung, dem Dorf und der späteren
Stadt Balingen den Namen. |
Geschichtlich wird das Dorf Balginga 863 erstmalig erwähnt. Es befand sich am rechten
Eyachufer mit der Pfarrkirche (der heutigen Friedhofskirche) als Mittelpunkt. |
Der in den darauffolgenden Jahrhunderten "von Balingen" bezeichnete Ortsadel verzog sich im 13.
Jahrhundert nach Rottweil am Neckar. Um diese Zeit wurden dann die Grafen von Zollern die Herren
in Balingen. |
Der Zollerngraf Friedrich "der Erlauchte" gründete 1255 die Stadt Balingen. Diese
wurde rund 200 Meter flussaufwärts am linken Eyachufer als rechteckige Anlage (400x220m)
planmäßig erbaut. Ein doppelter Mauerring mit Wehrtürmen an den vier Ecken
umgab sie. In der Verlängerung der Hauptstraße entstanden im Norden und Süden
Tortürme. Für die Zeit der Stadtgründung ist auch bereits eine Lateinschule (1277)
nachzuweisen. |
Als Rudolf von Habsburg 1273 König wurde, stand sein Vetter Friedrich "der Erlauchte" von
Zollern mit den Grafen Württembergs auf der anderen Seite des südwestdeutschen
Adels. So befanden sich die beiden Parteien nicht nur in verschiedenen politischen Lagern, sondern
sie stritten sich auch in Familienfehden über Besitz und Erbansprüche. |
Es kam zu mindestens zwei Schlachten, 1267 bei Haigerloch und 1286 bei Balingen. An Weihnachten
des Jahres 1286 kam es zur Versöhnung. Warscheinlich folgte deswegen 1288 die Umbildung
des zollerschen Reiches, wodurch Balingen mit anderen Orten und der Herrschaft Mühlheim
dem jüngeren Sohn des Zollerngrafen übergeben wurde, der damit die Linie
Zollern-Schalksburg begründete. |
Der Wohlstand und das Gedeihen der Stadt Balingen wurde durch die 5 großen
Stadtbrände der Jahre 1546, 1607, 1672, 1724 und 1809 getrübt. Der letzten und
größten Feuersbrunst, die durch Blitzschlag entstanden war, fielen innerhalb von 24
Stunden insgesamt 335 Anwesen samt Stallungen und Scheunen zum Opfer. Von 445 Gebäuden
blieben nur 55 Gebäude, hauptsächlich im östlichen Teil der Stadt erhalten. Darunter befand sich
glücklicherweise die Stadtkirche, das Zollernschloss und die Partie am Mühlkanal. |
Der bis 1812 weitgehend beendete Wiederaufbau unter Leitung von Landesbaumeister Glaser
erfolgte über einem Grundriß, der zwar den mittelalterlichen Stadtgrundriß
respektierte, ihn aber jetzt in ein strenges Rasterschema von rechtwinklig sich kreuzenden
Straßenzügen und einheitlich gestalteten Baublöcken zerlegte. Der damals
regierende König Friedrich gab der so neu entstandenen breiten Hauptstraße seinen
Namen. |
Bis zur Jahrhundertwende blieb Balingen eine Oberamtsstadt mit rund 3.500 Einwohnern.
Handwerk und Landwirtschaft brachten viel Wohlstand. Die alten Gewerbe der Gerber und
Färber am Mühlkanal und der Tuchmacher, Schuhmacher, Weber, Maßschneider,
Schmiede und Müller entlang der Eyach schufen die Grundlagen für industrielle Fertigung.
Die eigentliche Industrialisierung Balingens begann erst 1868 mit der Verlegung einer in Ebingen
gegründeten Waagenfabrik nach Balingen. Aus dieser ging die heute weltweit agierende
Firma Bizerba hervor. |
1935 war das Zollernschloß durch Zweckentfremdung der Balinger Bürger; das Schloß
wurde 1752 von den Bürgern aufgekauft; so verfallen, dass die Stadt es aufkaufte. Der
Abriß wegen Einsturzgefahr war jedoch nicht mehr zu verhindern. Das Zollernschloß wurde
nach altem Vorbild, teils auch unter Verwendung der alten Bausubstanz, wiedererrichtet. |
Während des Nationalsozialismus entstanden 1944 viele Arbeitslager um Balingen. Diese
wurden in Dormettingen, Frommern und Engstlatt wegen des reichlich vor- handenen ölschiefers
angelegt. Man plante daraus Benzin für die Luftwaffe herzustellen. Diese Idee und ihre Umsetzung liefen
unter dem Namen "Unternehmen Wüste". Die Franzosen hielten während Ihrer Besatzung
den Betrieb eine Zeitlang aufrecht, stellten diesen dann aber bald wegen Unwirtschaftlichkeit
ein. |
Nach dem 2. Wk stieg die Einwohnerzahl Balingens rasch an (auf 10.000 im Jahre 1954).
Durch die Verwaltungsreform mit der Eingemeindung der Ortschaften Streichen, Ostdorf, Endingen,
Erzingen, Zillhausen und Engstlatt wurde die Stadt 1974 Große Kreisstadt. Zum 01.01.1975 wurden
dann auch noch die Ortschaften Frommern und Weilstetten eingemeindet. Durch die ständige
Expansion und die Eingemeindungen wuchs die Stadt 1977 auf fast 30.000 Einwohner. |
[ Sitemap
| Home
| News
| Webdesign
| Fotografie
| Playmobil®
| Balingen
] [ Star Trek | P. Stewart | Über mich | Gästebuch | Links | Webmaster ] |
28.08.2008 |